Der Glasfaserausbau in Deutschland schreitet mit hoher Geschwindigkeit voran. Doch der Erfolg der digitalen Infrastruktur entscheidet sich nicht allein daran, wie viele Haushalte ein Glasfasernetz erreichen. Ebenso wichtig ist, wie effizient die vorhandenen Netze genutzt werden und wie einfach Netzbetreiber und Diensteanbieter zusammenarbeiten können.
Die Open Access Studie 2026 untersucht, wie weit der deutsche Markt auf diesem Weg gekommen ist. Ihr Fazit: Open Access gewinnt an Bedeutung, doch fehlende Standards, uneinheitliche Prozesse und komplexe Verhandlungen bremsen die Skalierung weiterhin.
Der Ausbau wächst schneller als die Nutzung
Zwischen 2021 und 2025 ist die Zahl der mit Glasfaser erreichbaren Haushalte, der sogenannten Homes Passed, von 8,9 auf 27,1 Millionen gestiegen. Auch die Zahl der tatsächlich angeschlossenen Haushalte hat deutlich zugenommen und lag 2025 bei 10,4 Millionen.
Die Take-up-Rate verharrt jedoch seit 2023 bei rund 24 Prozent. Damit verschiebt sich der Engpass: Nicht mehr allein die Verfügbarkeit der Infrastruktur, sondern vor allem ihre tatsächliche Nutzung wird zur zentralen Herausforderung.
Open Access kann hier einen wichtigen Beitrag leisten. Wenn mehrere Diensteanbieter Zugang zu bestehenden Netzen erhalten, steigen Auswahl und Wettbewerb. Gleichzeitig verbessern Netzbetreiber die Auslastung ihrer Infrastruktur und schaffen eine bessere Grundlage für die Refinanzierung ihrer Investitionen.
Ein Markt mit klarem Zielbild, aber begrenztem Tempo
Heute werden nach Einschätzung der Studienteilnehmer etwa 17 bis 22 Prozent des Marktes über Wholesale- und Open-Access-Modelle realisiert. Bis 2030 wird ein Anstieg auf 32 bis 42 Prozent erwartet.
Die Richtung ist damit klar. Bei der Umsetzung zeigt sich allerdings ein fragmentierter Markt mit sehr unterschiedlichen Reifegraden. Kooperationen scheitern zwar nur selten, benötigen jedoch häufig viel Zeit. Individuelle Vertragsmodelle, unterschiedliche technische Voraussetzungen und fehlende gemeinsame Abläufe verursachen erheblichen Abstimmungs- und Integrationsaufwand.
Besonders deutlich wird dies bei der Preisgestaltung: 73 Prozent der Befragten nennen das Preisniveau als wichtigste Hürde in Verhandlungen. Gleichzeitig bewerten lediglich 28 Prozent die bestehenden Preismodelle als attraktiv. Gemeinsame Preiskorridore und standardisierte Vertragsmodelle könnten deshalb wesentlich dazu beitragen, Verhandlungszyklen zu verkürzen.
Standards sind vorhanden – entscheidend ist ihre Umsetzung
Die Studie zeigt, dass es dem Markt nicht grundsätzlich an Standards fehlt. Die größere Herausforderung liegt in ihrer einheitlichen und verbindlichen Anwendung. 70 Prozent der Befragten sehen bei den Prozessen Handlungsbedarf, 63 Prozent bei den IT-Schnittstellen.
Aus unserer Sicht ist dies eine der wichtigsten Erkenntnisse der Studie: Open Access wird erst dann skalierbar, wenn Standards nicht nur beschrieben, sondern durchgängig in operative Prozesse und Systeme übersetzt werden. Individuelle Integrationen können einzelne Kooperationen ermöglichen. Für einen funktionierenden Markt braucht es jedoch wiederverwendbare Schnittstellen, automatisierte Abläufe und eine konsistente Datenbasis.
Dass dies möglich ist, zeigt der Blick nach Schweden. Dort bilden früh etablierte Kooperationsstrukturen und gemeinsame Branchenstandards seit vielen Jahren die Grundlage eines funktionierenden Open-Access-Marktes. Mit CESAR2 hat Digpro eine Plattform für den digitalen Wholesale-Handel entwickelt, die standardisierte Verträge, APIs und automatisierte Bestellprozesse verbindet. Mit Fibe-X übertragen wir zentrale Prinzipien dieses erprobten Modells auf den deutschen Markt.
Plattformen können die Fragmentierung überwinden
56 Prozent der Befragten erwarten, dass Open-Access-Plattformen weiter an Bedeutung gewinnen. Langfristig hält eine Mehrheit zwei bis drei zentrale Plattformen für sinnvoll.
Solche Plattformen können Angebot und Nachfrage bündeln, technische und kaufmännische Prozesse standardisieren und den Zugang zu mehreren Netzen vereinfachen. Ihre Wirkung hängt jedoch von einer ausreichenden Zahl angeschlossener Netz- und Diensteanbieter ab. Open Access ist deshalb mehr als eine technische Lösung: Es ist ein kooperatives System, das nur durch gemeinsames Handeln skaliert.
Die Open Access Studie 2026 liefert ein differenziertes Bild dieses Marktes in der Übergangsphase. Sie beleuchtet Preislogiken, Vorleistungsmodelle, Standardisierung, Plattformstrategien und konkrete Handlungsmöglichkeiten für die verschiedenen Marktakteure.
Wer verstehen möchte, welche Entscheidungen jetzt für einen skalierbaren Open-Access-Markt notwendig sind, findet in der vollständigen Studie wertvolle Analysen, Daten und Handlungsempfehlungen.
Lesen Sie die Open Access Studie 2026 und erfahren Sie, wie standardisierte Prozesse, leistungsfähige Plattformen und eine stärkere Zusammenarbeit die nächste Entwicklungsphase des deutschen Glasfasermarktes ermöglichen können.