Die Energiewende ist im Gange – und es steht viel auf dem Spiel
Veränderungen geschehen nicht über Nacht, doch vieles könnte deutlich schneller vorangehen. Das Wissen und die Technologien für den Wandel sind vorhanden. Gleichzeitig gibt es unterschiedliche politische Rahmenbedingungen, Interessenkonflikte und unternehmerische Prioritäten. Digpro übernimmt eine wichtige gesellschaftliche Rolle und beeinflusst damit das Leben vieler Menschen. Doch wir sind nicht allein. Die größte Wirkung erzielen wir gemeinsam mit anderen. Dabei wollen wir vorangehen – von Worten zu Taten.
Die Energiewende schneller voranzutreiben, ist unser Anspruch. Zugleich ist es unser Versprechen an unsere Kunden, an uns selbst und an die Welt, die wir miteinander teilen.
Die Energiewende reicht von der Erzeugung bis zum Verbrauch von Energie. Unsere Expertise liegt in der Energieverteilung – hier wollen wir einen Unterschied machen.
Die Rolle von Digpro
Digpro war schon immer ein Wegbereiter. Das gehört zu unserer DNA – von der Digitalisierung der Systeme für Versorgungsunternehmen Anfang der 1990er-Jahre bis hin zur heutigen Aufgabe, Daten für Energieversorger und Telekommunikationsunternehmen sichtbar, zugänglich und nutzbar zu machen. Seit mehr als 30 Jahren arbeiten wir mit und für Stromverteilnetzbetreiber. Unsere Systeme werden nicht nur für unsere Kunden, sondern auch gemeinsam mit ihnen entwickelt.
Herausforderungen in Stromverteilnetzen
Stromverteilnetzbetreiber stehen heute vor zahlreichen Herausforderungen. Unser Energieverbrauch steigt kontinuierlich und wird auch künftig weiter zunehmen. Die bestehenden Stromverteilnetze sind für diesen höheren Verbrauch häufig nicht ausgelegt.
Darüber hinaus nutzen wir unterschiedliche Energiequellen, von denen viele volatil sind – insbesondere wetterabhängige Quellen. Auch das Verbraucherverhalten verändert sich. Dadurch wird es immer schwieriger vorherzusagen, wie viel Energie erzeugt und wie viel verbraucht wird.
Es liegt auf der Hand, dass für die Energiewende noch viel getan werden muss – insbesondere, um sie nachhaltig voranzubringen. Gleichzeitig stehen bereits zahlreiche Lösungen zur Verfügung. Bei Digpro haben wir mehr als 30 Jahre in die Entwicklung eines Systems investiert, dessen vielfältige Funktionen Stromverteilnetzbetreiber dabei unterstützen.
Das Grundprinzip von dpPower, dem Netzinformationssystem (NIS) von Digpro, besteht darin, Stromverteilnetzbetreibern die vollständige Kontrolle über ihr Netz zu ermöglichen – von der Planung und Konzeption über den Bau und Betrieb bis zur Instandhaltung. In diesen Phasen, die wir als Network Lifecycle Management bezeichnen, werden Informationen über das physische Stromnetz digitalisiert. Auf dieser Grundlage entsteht ein digitaler Zwilling.
Netzanalyse zur Prognose von Erzeugung und Verbrauch
Mithilfe eines digitalen Zwillings können Stromverteilnetzbetreiber das Netz analysieren und erkennen, wo und wann Spitzen und Tiefpunkte bei der Erzeugung und beim Verbrauch auftreten. Die zusammengeführten Daten ermöglichen wertvolle Prognosen und schaffen eine bessere Planbarkeit.
Durch Analysen und Prognosen können bestehende Netze effizienter genutzt werden. Gleichzeitig wird es möglich, die schwankende Erzeugung aus volatilen Energiequellen mit veränderten Verbrauchsmustern in Einklang zu bringen.
Digitaler Zwilling in dpPower mit integrierten Analysefunktionen
Kurz- und mittelfristige Prognosen
Kurzfristige Prognosen beziehen sich auf die aktuellen Entwicklungen im Stromverteilnetz – von den nächsten Stunden bis zu zwei Tagen. Als Grundlage werden statistische Verbrauchs- und Erzeugungsmuster aus Messdaten und Wetterprognosen ermittelt.
Zur Verbesserung der Prognose werden anschließend Echtzeitdaten herangezogen. Dadurch lassen sich volatile Bedingungen berücksichtigen, beispielsweise plötzliche Wetteränderungen, die sich auf die Energieerzeugung auswirken, oder unvorhersehbare Verbrauchsmuster, die in statistischen Messdaten nicht erfasst werden.
Mittelfristige Prognosen beziehen sich auf die Entwicklungen im Stromverteilnetz innerhalb eines Zeitraums von einem Tag bis zu einem Monat. Mithilfe dieser Prognosen können geplante Betriebsmaßnahmen entsprechend abgestimmt werden.
Kurz- und mittelfristige Prognosen unterstützen Stromverteilnetzbetreiber in zahlreichen Situationen. Dazu gehören beispielsweise:
- Sicherstellen, dass Industriebetrieben mit Verbrauchsspitzen an Werktagen ausreichend Strom für ihre Produktion zur Verfügung steht.
- Versorgung eines bestimmten Wohngebiets, in dem der Verbrauch nach Arbeits- und Schulschluss voraussichtlich seinen Höchststand erreicht.
- Ausgleich des Stromnetzes an bewölkten und windstillen Tagen, an denen wetterabhängige Energiequellen nur wenig Strom erzeugen.
- Umleitung von Strom bei geplanten Abschaltungen, um Versorgungsunterbrechungen zu vermeiden.
Dies erleichtert die Planung und ermöglicht eine gleichmäßige Verteilung des Stroms aus dem Netz an die Verbraucher.
Langfristige Prognosen und Netzentwicklungspläne
Langfristige Prognosen bilden die voraussichtliche Entwicklung des Stromnetzes für einen Zeitraum von einem Monat bis zu zehn Jahren ab. Sie stützen sich auf saisonale und statistische Wetterprognosen sowie auf historische und statistische Daten zur Stromerzeugung und zum Stromverbrauch.
Bei der Planung großer Projekte berücksichtigen Stromverteilnetzbetreiber mithilfe langfristiger Prognosen den gesamten Lebenszyklus des Stromnetzes. Neue Infrastruktur, etwa Stromnetze für neue Wohngebiete oder Industrieansiedlungen, erfordert erhebliche Investitionen. Präzise Daten ermöglichen fundierte Investitionsentscheidungen.
Langfristige Prognosen helfen Stromverteilnetzbetreibern dabei:
- Bestehende Infrastruktur zu optimieren und bestmöglich zu nutzen.
- Neue Stromnetze zu planen, wenn zusätzliche Infrastruktur erforderlich ist.
- Neue Energiequellen wie dezentrale Energieressourcen (Distributed Energy Resources, DER) in das Stromnetz zu integrieren.
- Potenzielle Standorte für Energiespeicher zu identifizieren.
- Datengrundlagen für langfristige Investitionen und Netzentwicklungspläne zu schaffen.
Gemäß den EU-Vorgaben müssen Stromverteilnetzbetreiber regelmäßig Netzentwicklungspläne für die kommenden zehn Jahre erstellen. Zuverlässige Prognosen und präzise Netzdaten bilden die Grundlage, um den zukünftigen Kapazitätsbedarf und geplante Investitionen zu ermitteln.
„Mit der Digpro-Lösung für die langfristige Netzplanung konnten wir die manuelle und zeitaufwendige Arbeit mit umfangreichen Excel-Dateien hinter uns lassen. Heute verfügen wir über eine effiziente und zukunftssichere Lösung, die eine bessere Visualisierung ermöglicht und das Fehlerrisiko reduziert.“
Linus Weilander, System Owner, Västerbergslagen Elnät AB
Prozessunterstützung und Automatisierung
Die Energiewende bringt zwangsläufig zahlreiche Veränderungen mit sich. Neue Prozesse müssen eingeführt und bestehende häufig angepasst werden. dpPower bietet umfassende Unterstützung für das Prozessmanagement und ermöglicht die Automatisierung vieler Abläufe.
Bei korrekter Datenbasis kann das System zahlreiche zeitaufwendige, bisher manuell ausgeführte Prozesse zuverlässig übernehmen. Qualifizierte Fachkräfte können ihre Expertise dadurch für anspruchsvollere und wertschöpfendere Aufgaben einsetzen. Ein Beispiel ist unser Kunde E.ON, der den Antragsprozess für Photovoltaikanlagen automatisiert hat.
Stromverteilnetzbetreiber können ihre Prozesse sowohl skalieren als auch beschleunigen. Vieles ist bereits heute möglich – und zahlreiche weitere Funktionen sind für kommende Versionen geplant.
Thomas Pettersson, Produktmanager bei E.ON Schweden: